Afrika Tage München 2005      
  Information und Engagement

Bei aller Farbenpracht und Vitalität der afrikanischen Kultur soll nicht übersehen werden, dass der afrikanische Kontinent mit vielen Problemen zu kämpfen hat.

"Aktion Volltreffer" - Kein Krieg mit Kindern
Care Deutschland e.V.: Frei im Wandern und im Geist - Tuareg
(I)NTACT Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Frauen und Mädchen

"Aktion Volltreffer" - Kein Krieg mit Kindern
Auf den Afrika Tagen in München treten die Headcornerstones im Rahmen der "Aktion Volltreffer von den Hilfswerken Adveniat, Missionswerk der Evang.-Luth. Kirche in Bayern und Missio auf.

Krieg, Tod und Zerstörung hinterlassen tiefe Spuren in der Seele eines Kindes. Der "Weltreport Kindersoldaten 2004" veröffentlicht erschreckende Zahlen: 300.000 Kinder und Jugendliche kämpfen derzeit in kriegerischen Konflikten. Viele dieser Kinder wurden zwangsrekrutiert.

Sie wurden aus ihren Gemeinschaften gerissen, zum Töten gedrillt und zu unvorstellbaren Grausamkeiten gezwungen. Nach dem UN-Protokoll zur Kinderrechtskonvention dürfen Kinder "unter 18 Jahren nicht mehr unmittelbar an kriegerischen Auseinandersetzungen teilnehmen oder zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden."

Mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft 2006 wird Missio München, zusammen mit Missio Aachen, Adveniat und dem Evangelischen Missionswerk Bayern die "Aktion Volltreffer" durchführen. Ein Gesicht bekommt die Kampagne mit Joe Okot, einem ehemaligen Kindersoldaten aus Uganda. Heute spielt der junge Mann in einem Resozialisierungsprogramm zur Traumabewältigung Fußball und kehrt langsam in ein normales Leben zurück. Deshalb trägt die Aktion auch den Untertitel: "Joe schießt nur noch auf Tore". Ziel der Kampagne wird es sein, die Öffentlichkeit auf dieses Unrecht an Kindern aufmerksam zu machen. Mit Bildungsmaterial soll in Schulen und Pfarreien die Thematik intensiviert werden. Natürlich soll durch die Aktion auch Geld zusammenkommen, damit Projektpartner finanziert werden können, die sich für die Resozialisierung von Kindersoldaten einsetzen.

Startschuss der Kampagne wird der 21.05.2005 in der Münchener Muffathalle sein mit einem Podiumsgespräch und einem Benefizkonzert verschiedener Münchner Bands. Die beiden Referentinnen werden auch auf dem evangelischen Kirchentag in Hannover am 28.05.2005 zusammen mit der Sängerin und ehemaligen Kindersoldatin Senait Mehari auftreten.

Weitere Informationen unter: www.volltreffer.de


Care Deutschland e.V.: Frei im Wandern und im Geist - Tuareg

CARE organisiert auf den Afrika Tagen 2005 täglich um 14:30 den Tanz der Tuareg auf der Freibühne.

CARE Deutschland e.V. lädt Sie auf den Afrika-Tagen München 2005 zur Begegnung mit Vertretern des Tuaregvolkes ein. Erleben Sie die traditionelle Teezeremonie, die Herstellung von Silberschmuck sowie den Tanz der Tuareg. Informieren Sie sich über die Salzkarawane der Tuareg durch die Wüste Ténéré.

Sie gelten als Inbegriff der stolzen, unabhängigen Nomaden der Sahara. Doch Kolonialismus, politische Ausgrenzung, gewaltsame Konflikte und Dürren ließen die Tuareg verarmen. Gemeinsam mit CARE setzt sich die nigrische Organisation HED-Tamat für die Rechte und Entwicklung der Nomaden ein. Lesen Sie hierzu unser Themenspezial Niger.

Broschüre "Frei im Wandern und im Geist - Tuareg" CARE_Tuareg.pdf 1.5 M

Weitere Informationen unter: www.care.de


(I)NTACT Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Frauen und Mädchen

Welch ein Erfolg: Die Tradition der weiblichen Beschneidung in Benin ist zu Ende. Am 8. und 9. April 2005 feiert ganz Benin dieses Ereignis.

Offiziellen Schätzungen zufolge sind noch heute weltweit zwischen 100 und 150 Millionen Frauen genitalverstümmelt. Jährlich müssen sich weitere 2 Millionen häufig noch im Kindesalter befindliche Mädchen dem grausamen Ritual unterziehen, um den gesellschaftlichen Vorstellungen von Keuschheit, Hygiene und Schönheit zu genügen. Die Folgen sind meist lebenslange gesundheitliche Qualen. Für Hunderttausende von ihnen bedeutet die Operation den sicheren Tod.
Foto rechts: (I)NTACT - Diese jungen Fulbe-Mädchen waren bis vor kurzem noch von der weiblichen Beschneidung bedroht. Heute haben sie nichts mehr zu befürchten.
Der Verein (I)NTACT arbeitet sein 1996 für die Überwindung der Tradition der weiblichen Beschneidung und mehr Respekt für die Menschenwürde und Menschenrechte von Frauen und Mädchen in Afrika. Zweck des Vereins ist es, über das Thema zu informieren, und durch finanzielle und organisatorische Unterstützung die erzwungene Beschneidung von Mädchen und Frauen zu bekämpfen. (I)NTACT unterstützt derzeit 26 afrikanische Organisationen in 12 Ländern in ihrem Kampf gegen den alten Brauch.
Foto links: (I)NTACT - Diese Messer waren das Handwerkszeug der traditionellen Beschneiderinnen in Benin. Heute sind diese Messer Museeumsstücke.
Dabei wurden erhebliche Erfolge, insbesondere im westafrikanischen Land Benin erzielt, wo im April 2005 das Ende der Tradition der Beschneidung offiziell gefeiert werden soll. Vielen Tausenden von Mädchen wird dort jedes Jahr das grausame Schicksal der Beschneidung erspart, ihr Leben gerettet. Diese Ergebnis wurde insbesondere durch intensive und flächendeckende Aufklärung der Bevölkerung an der Basis erreicht.
Foto rechts: (I)NTACT - Seminar der Beschneiderinnen.
In Seminaren werden Beschneiderinnen über die negativen Folgen der von ihnen ausgeübten weiblichen Genitalverstümmelung aufgeklärt. Nicht selten werden sie zu überzeugten Gegnerinnen dieser Tradition, die dann die Aufklärungsarbeit in den Dörfern unterstützen.

Welt Hunger Hilfe: Partner der Afrika-Tage München 2005

Weitere Informationen unter: www.welthungerhilfe.de